| Januar/Februar 2010
r Foster
GD, Borradaile KE, Sanders MH et al. A randomized study on
the effect of weight loss on obstructive sleep apnea among
obese patients with type 2 diabetes - the sleep AHEAD study.
Arch Intern Med 2009 (28. September); 169: 1619-26
Schlafapnoesyndrom besser dank Gewichtsreduktion
Studienziele
Die Empfehlung, bei Übergewichtigen mit obstruktivem
Schlafapnoesyndrom (OSAS) eine Gewichtsreduktion anzustreben,
beruht auf einer nur mangelhaften Datenlage. Diese randomisierte
Studie aus den USA soll die positive Wirkung einer Gewichtsreduktion
auf das OSAS bei übergewichtigen Personen mit Diabetes
mellitus Typ 2 zeigen.
Methoden
264 an Diabetes mellitus Typ II Erkrankte mit einem durchschnittlichen
BMI von 38 wurden nach dem Zufall in zwei etwa gleich grosse
Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe wurde während einem
Jahr einem intensiven verhaltenstherapeutischen Programm mit
fettarmer Reduktionsdiät und Steigerung der körperlichen
Aktivität unterzogen. Die Kontrollgruppe erhielt nur
drei Gruppensitzungen klassische Diabetesberatung. Untersucht
wurde der Einfluss dieser Massnahmen auf den erzielten Gewichtsverlust
und auf den Schweregrad des OSAS, welcher mittels Apnoe-Hypopnoe-Index
(AHI) gemessen wurde.
Resultate
Nach einem Jahr hatten die mit Verhaltenstherapie betreuten
Personen im Durchschnitt 10.8kg, diejenigen in der Kontrollgruppe
lediglich 0.6kg abgenommen. In der Interventionsgruppe verringerte
sich der AHI von 22.9 auf 18.3, in der Kontrollgruppe hingegen
nahm er sogar zu (von 23.5 auf 28.3). Von der verhaltenstherapeutischen
Intervention profitierten vor allem Männer mit hohem
AHI und ausgeprägtem Übergewicht. Die positive Wirkung
auf das OSAS war umso stärker, je höher der Gewichtsverlust
und der Ausgangs-AHI waren. Dreimal mehr Kranke aus der Verhaltenstherapiegruppe
erreichten eine Remission des OSAS (definiert als AHI <5).
Schlussfolgerungen
Dass bei Übergewichtigen mit Diabetes das OSAS durch
eine intensiven Änderung des Lebensstils verbunden mit
Gewichtsreduktion verbessert werden kann, wird in dieser Studie
bestätigt. Stark übergewichtige Männer mit
hohem AHI profitieren dabei am meisten. Ob die Resultate auch
für jüngere Menschen mit OSAS ohne Diabetes zutreffen,
bleibt offen. Zusätzlich lassen die Resultate vermuten,
dass das OSAS unbehandelt rasch zunimmt und somit eine fortschreitende
Erkrankung darstellt.
Zusammengefasst von Thomas Rumetsch
Die Resultate der hier zusammengefassten «sleep
AHEAD study» wurden soeben in einer weiteren Arbeit
im BMJ bestätigt 1. In der dort publizierten Studie konnte
bei Männern dank einer strengen Reduktionsdiät das
Gewicht um 20 kg (95% CI 18-21) und der Apopnoe-Hypopnoe-Index
um 23 Ereignisse/h (95% CI 15-30) innerhalb von neun Wochen
gesenkt werden. Beide Arbeiten illustrieren somit schön,
wie wirksam Lifestyle -Änderungen sein können.
Von einem relevanten Schlaf-Apnoe-Syndrom Betroffene leiden
meist an einer deutlichen Tagesmüdigkeit und Schlafneigung
und können deshalb oft nur ungenügend für sportliche
Betätigungen oder für eine Diät motiviert werden.
Entsprechend dürfte es Sinn machen, diese Personen zuerst
mit einer nächtlichen CPAP(«continous positive
airway pressure»)-Therapie zu behandeln. So wird deren
Tagesmüdigkeit vermindert oder gar normalisiert und anschliessend
können sie besser zu mehr Bewegung und Diät motiviert
werden.
Jörg Leuppi
1 Johansson
K, Neovius M, Lagerros YT et al. Effect of a very low energy
diet on moderate and severe obstructive sleep apnoea in obese
men: a randomised controlled trial. BMJ 2009 (3. Dezember);
339: b4609
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