| November/Dezember 2008
m Stettler C, Allemann S, Wandel S et al. Drug eluting and
bare metal stents in people with and without diabetes: collaborative
network meta-analysis. BMJ 2008 (29. August); 337: a1331
http://www.bmj.com/cgi/content/full/337/aug29_3/a1331
Beschichtete Stents brauchen länger
kombinierte Plättchenhemmer
Studienziele
Mit der Beschichtung von koronaren Gefässstützen
(Stents) mit Sirolimus oder Paclitaxel konnte man die Häufigkeit
der Restenosierung in den mit einem Stent versorgten Koronarien,
nicht aber die Gesamtmortalität verringern. In einer
Meta-Analyse mit Diabeteskranken war die Mortalität mit
Sirolimus-beschichteten Stents gar 2,9-mal so hoch wie mit
nicht-beschichteten Metallstents. Mit einer Netzwerk-Metaanalyse
wurde versucht, die Resultate mit den verschiedenen Stents
bei Personen mit und ohne Diabetes-Erkrankung zu vergleichen.
Methoden
Verschiedene elektronische Datenbanken, relevante Internetseiten,
Bücher und andere Quellen in allen Sprachen wurden nach
den entsprechenden Studien durchsucht. Eingeschlossen in die
Meta-Analyse wurden Doppelblindstudien von mindestens 6 Monaten
Dauer. Primäre Endpunkte waren die Gesamtmortalität
und notwendige Revaskularisationen des mit einem Stent versorgten
Gebietes.
Ergebnisse
35 Studien mit rund 4’000 Diabeteskranken und 11’000
Personen ohne Diabetes mellitus konnten für die Analyse
verwendet werden. Die Gesamtmortalität bei den Diabeteskranken
war in verschiedenen Studien widersprüchlich und schien
stark von der Dauer der dualen Plättchenhemmung mit Acetylsalicylsäure
plus Clopidrogel (Plavix®) abhängig zu sein. Nach
Ausschluss der Studien mit einer Behandlungsdauer von weniger
als 6 Monaten waren die Resultate homogener und die Gesamtmortalität
war bei den verschiedenen Stents ungefähr gleich. So
betrug das relative Risiko für Sirolimus-Stents gegenüber
einfachen Metallstents 0,88 (95%-CI 0,55–1,30), für
Paclitaxel-Stents gegenüber Metallstents 0,91 (0,60–1,38)
und für Sirolimus-Stents gegenüber Paclitaxel-Stents
0,95 (0,63–1,43). Bei Personen ohne Diabetes hatte die
obige Einschränkung keinen Einfluss auf die relativen
Risiken. Bei den beschichteten Stents waren weniger Revaskularisationen
notwendig als bei den einfachen Metallstents, sowohl bei Diabeteskranken
wie auch bei Personen ohne Diabetes
Schlussfolgerungen
Wenn die duale Plaättchenaggregationshemmung mit Acetylsalicylsäure
und Clopidrogel während mindestens 6 Monaten durchgeführt
wurde, waren medikamentös beschichtete Stents bei Diabeteskranken
und Personen ohne Diabetes mellitus wirksam und sicher.
Zusammengefasst von Peter Koller
Diese komplizierte, aber sorgfältig durchgeführte
Meta-Analyse zeigt, dass Diabeteskranke von medikamentös
beschichteten Stents bezüglich Verminderung von erneuten
Revaskularisationen nicht nur mehr profitieren als Nichtdiabetiker,
sondern dass diese Stents, bei adäquater Nachbehandlung,
auch gleich sicher sind wie nicht-beschichtete Stents. Nachdem
neue Daten in gleicher Weise keinen Mortalitätsnachteil
der perkutanen Intervention gegenüber der Bypasschirurgie
bei Diabeteskranken gezeigt haben, kann die weniger invasive
perkutane Revaskularisation damit den häufig polymorbiden
diabetischen Patientinnen und Patienten empfohlen werden.
Franz R. Eberli
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