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Schmerzmittel oder Antibiotikum bei Zystitis?

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 20. November 2017

Indem man Frauen mit einer unkomplizierten Zystitis mit einem Schmerzmittel statt einem Antibiotikum behandelt, lassen sich Antibiotika-Verschreibungen reduzieren, allerdings um den Preis einer etwas schlechteren Symptomenkontrolle – so lautete das Fazit einer Studie, in der eine 3-tägige Gabe von Ibuprofen (Brufen® u.a.) mit einer Einmaldosis Fosfomycin (Monuril® u.a.) verglichen worden war. Nun hat man mit einer in der Schweiz durchgeführten Studie nachgedoppelt und jenes Ergebnis bestätigt: 253 Frauen mit einer Zystitis erhielten während 3 Tagen doppelblind entweder Diclofenac (Voltaren® u.a.; 1-mal 75 mg/Tag in retardierter Form) oder Norfloxacin (Noroxin® u.a.; 2-mal 400 mg/Tag). Beschwerdefreiheit nach 3 Tagen, was den primären Endpunkt bildete, notierte man in der Diclofenac-Gruppe bei 54% und in der Norfloxacin-Gruppe bei 80% der Teilnehmerinnen. Ausserdem war zu beobachten, dass sich bei Diclofenac signifikant häufiger als bei Norfloxacin als Komplikation eine Pyelonephritis entwickelte (6 gegenüber 0 Fällen).

Volltext der aktuellen Studie aus dem BMJ: Symptomatic treatment of uncomplicated lower urinary tract infections in the ambulatory setting: randomised, double blind trial

Volltext der früheren Studie aus dem BMJ: Ibuprofen versus fosfomycin for uncomplicated urinary tract infection in women: randomised controlled trial

 
Schmerzmittel oder Antibiotikum bei Zystitis? (20. November 2017)
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