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Sommerhitze und Medikamente

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 16. Juni 2017

Bei sommerlichen Hitzewellen ist daran zu denken, dass es Medikamente gibt, bei denen unter einer Dehydratation das Risiko von Nebenwirkungen zunimmt oder die mit den wärmebedingten körperlichen Adaptationsmechanismen interagieren. Als Beispiele: (1) Diuretika können eine Dehydratation beschleunigen; (2) bei potentiell nephrotoxischen Substanzen (nicht-steroidalen Entzündungshemmern u.a.) erhöht eine Dehydratation das Risiko von renalen Komplikationen; (3) bei Lithium, Digoxin und einigen anderen Substanzen kann eine Dehydratation das Verteilungsvolumen und die Elimination erheblich verändern; (4) viele Medikamente können die Thermoregulation beeinträchtigen, Neuroleptika oder serotoninerge Substanzen eine eigentliche Hyperthermie induzieren; (5) Medikamente, die den Blutdruck senken oder die Vigilanz vermindern, können Gegenreaktionen behindern, die den Körper bei grosser Hitze schützen helfen.
Im Weiteren ist zu beachten, dass sich hohe Temperaturen auf die Stabilität oder Lagerfähigkeit von Medikamenten auswirken können. Das gilt zum Beispiel für Insuline oder für Verabreichungsformen wie Salben, Zäpfchen oder Ovula.

Dossier der französischen Arzneimittelbehörde: Mise au point sur le bon usage des médicaments en cas de vague de chaleur

 
Sommerhitze und Medikamente (16. Juni 2017)
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