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Hüftprothesen: Neuere Typen nicht besser als ältere

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 10. November 2017

Bei den Hüftprothesen lassen sich abhängig von den Materialien, die man für den Hüftkopf und die -pfanne verwendet, mehrere Typen abgrenzen; am meisten verbreitet sind Kombinationen von Metall (Kopf) mit Metall (Pfanne), Keramik/Keramik, Metall/Polyethylen und Keramik/Polyethylen. Weitere Unterscheidungen ergeben sich daraus, ob ein grosser (≥ 36 mm) oder kleiner (< 36 mm) Hüftkopf gewählt wird und ob die Prothesenteile mit Zement fixiert werden oder nicht.
Eine Netzwerk-Metaanalyse hat diese verschiedenen Hüftprothesen-Typen miteinander verglichen, wobei man die Häufigkeit eines chirurgischen Zweiteingriffs, binnen zehn Jahren erforderlich geworden zum Beispiel wegen einer Lockerung oder eines Infekts, als primären Endpunkt festlegte. Verglichen mit der Referenzprothese, die zementfixierte Metall/Polyethylen-Kombination mit kleinem Kopf, die vor über 50 Jahren eingeführt worden ist, liess sich die Wahrscheinlichkeit einer Revisionsoperation mit keinem der anderen bzw. neueren Prothesentypen signifikant senken. Zu vermehrten Revisionen führten die zementfixierte Metall/Metall-Kombination mit kleinem Kopf sowie die Hüftkappenprothese (McMinn-Prothese), die aus einer Metall/Metall-Kombination besteht.

Volltext der Metaanalyse aus dem BMJ: Choice of implant combinations in total hip replacement: systematic review and network meta-analysis

 
Hüftprothesen: Neuere Typen nicht besser als ältere (10. November 2017)
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