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Postoperatives Kortikosteroid nützt höchstens marginal

  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 8. Juli 2021

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie wurde untersucht, ob die Verabreichung eines Kortikosteroids die Komplikationsrate nach grösseren Operationen zu senken vermag. 1184 Personen, die sich einer grösseren Operation unterziehen mussten (z.B. Laparotomie wegen einer Krebserkrankung; ausgeschlossen waren Herzoperationen), erhielten unmittelbar nach dem Eingriff sowie einen Tag später einen intravenösen Bolus mit Dexamethason (0,2 mg/kg) oder Placebo. Innerhalb der ersten zwei postoperativen Wochen trat in der Dexamethason-Gruppe bei 17,0% der Patienten und Patientinnen eine postoperative Komplikation auf (Sepsis, Pneumonie, Ateminsuffizienz, Tod); in der Placebo-Gruppe war dies bei 19,9% der Fall. Der Unterschied war nicht signifikant (OR 0,81 [0.60–1,08]); weil das Vertrauensintervall aber weit war, muss ein gewisser Nutzen des Kortikosteroids doch in Erwägung gezogen werden.

Volltext der Studie aus dem BMJ: Effect of dexamethasone on complications or all cause mortality after major non-cardiac surgery: multicentre, double blind, randomised controlled trial

News: Postoperatives Kortikosteroid nützt höchstens marginal (8. Juli 2021)
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