Pränatale Glukokortikoide und psychische Störungen bei Kindern
- Verfasst von: Urspeter Masche
- Datum: 7. August 2025
Mit Daten aus dem dänischen Geburtenregister wurde untersucht, ob bei Kindern vermehrt psychische Störungen vorkommen, wenn die Mutter pränatal mit Glukokortikoiden behandelt worden ist. Man verglich Kinder, deren Mutter wegen einer drohenden Frühgeburt bzw. wegen einer Autoimmun- oder entzündlichen Erkrankung Glukokortikoide erhalten hatte, mit Kindern, deren Mutter keine Glukokortikoide bekommen hatte.
Es zeigte sich, dass innerhalb der ersten 15 Lebensjahre bei steroidexponierten Kindern signifikant häufiger eine Erkrankung aus dem Autismus-Spektrum bzw. eine affektive oder Angststörung aufgetreten war; auch intellektuelle Einschränkungen oder ein ADHS waren häufiger diagnostiziert worden, wobei allerdings die Signifikanzschwelle nicht ganz erreicht wurde.
Die Daten sprechen für einen vorsichtigen Einsatz von Glukokortikoiden in der Schwangerschaft. Jedoch sollten die Ergebnisse gegen die Risiken einer unbehandelten Schwangerschaft abgewogen und im Kontext geringer bis moderater absoluter Risikounterschiede betrachtet werden. Zudem kann ein Einfluss durch die Schwere der Erkrankung nicht ausgeschlossen werden.
Volltext der Studie aus «JAMA Network Open»: Mental Disorders Among Offspring Prenatally Exposed to Systemic Glucocorticoids
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