Kontrazeptiva: Erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko bestätigt

  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 30. Oktober 2025

Ob mit hormonellen Kontrazeptiva das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts ansteigt, liess sich aus den bisherigen Daten zuwenig exakt beantworten, weshalb diese Frage in einer prospektiven Kohortenstudie unter Alltagsbedingungen nochmals untersucht wurde. Als Datenbasis dienten staatliche Register in Dänemark (Geburten, Krankheitsdiagnosen, Todesfälle u.a.). Die Kohorte umfasste über 2 Millionen Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren, die eine hormonelle Kontrazeption in irgendeiner Form durchführten oder keine hormonellen Kontrazeptiva verwendeten.

Es zeigte sich, dass die Inzidenzrate von Schlaganfällen und Herzinfarkten durch die Einnahme eines kombinierten oralen Kontrazeptivums (Ethinylestradiol + Gestagen) ungefähr verdoppelt wird; pro 100’000 Anwenderinnen muss mit 21 zusätzlichen Schlaganfällen und 10 zusätzlichen Herzinfarkten gerechnet werden. Durch Vaginalringe (die Ethinylestradiol/Etonogestrel enthalten) wird das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko ebenfalls signifikant erhöht, während dies beim Hautpflaster (Ethinylestradiol/Norelgestromin) nur für das Schlaganfallrisiko galt.

Bei den reinen Gestagenen sind, wenn sie oral gegeben werden, pro 100’000 Anwenderinnen 15 zusätzliche Schlaganfälle und 4 zusätzliche Herzinfarkte zu erwarten. Bei den gestagenhaltigen Intrauterinsystemen war kein erhöhtes Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko erkennbar. Bei subkutan implantierten und intramuskulär injizierten Gestagenen konnte ein erhöhtes Schlaganfallrisiko ermittelt werden, derweil für die Berechnung des Herzinfarktrisikos zuwenig Daten vorlagen.

 

Volltext der Studie aus dem BMJ: Stroke and myocardial infarction with contemporary hormonal  contraception: real-world, nationwide, prospective cohort study

News: Kontrazeptiva: Erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko bestätigt (30. Oktober 2025)
Copyright © 2026 Infomed-Verlags-AG