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Cranberries und orale Antikoagulantien: eine potentiell gefährliche Kombination

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 14. November 2003

Den aus Nordamerika stammenden Cranberries werden wie den nahe verwandten Preiselbeeren verschiedenartige gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben, zum Beispiel dass sie gegen Blasenentzündungen helfen sollen. In der letzten Ausgabe von "Current Problems in Pharmacovigilance" wird über fünf mit Warfarin behandelte Personen berichtet, bei denen es zu einem Anstieg des INR-Wertes kam, nachdem sie Cranberry-Saft zu trinken begonnen hatten. Bei einer dieser Personen führten schwere Blutungen zum Tod. Cranberries enthalten Flavonoide, die das Zytochrom-P450-System hemmen können. Bei den geschilderten Fällen scheint es sich um eine Hemmung von CYP2C9 zu handeln, das beim Abbau von Warfarin und anderen oralen Antikoagulantien eine wichtige Rolle spielt. Leuten, die orale Antikoagulantien nehmen müssen, soll man deshalb empfehlen, den Konsum von Cranberry-Saft zu limitieren.

September-Ausgabe von "Current Problems in Pharmacovigilance" (PDF-File, "Acrobat Reader" nötig):
http://www.mca.gov.uk/ourwork/monitorsafequalmed/currentproblems/cpsept2003.pdf

Informationen zur Wirkung von Cranberry-Produkten bei Harnwegsinfektionen:
http://www.jfponline.com/content/2003/02/jfp_0203_00154.asp

 

 
Cranberries und orale Antikoagulantien: eine potentiell gefährliche Kombination (14. November 2003)
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