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Erhöhtes Krebsrisiko durch Angiotensinrezeptor-Antagonisten?

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 10. August 2010

In einer Metaanalyse wurden neun grosse randomisierte Studien zusammengefasst, in denen Angiotensinrezeptor-Antagonisten (Sartane) bei kardiovaskulären Erkrankungen oder bei Diabetes mellitus mit Organschäden untersucht worden waren. Dabei fand sich bei Personen, die einen Angiotensinrezeptor-Antagonisten erhalten hatten, ein leicht und knapp signifikant erhöhtes Risiko, an einem Krebsleiden zu erkranken (absolute Differenz = 1,2%). Geht man von den betroffenen Organen aus, waren es bösartige Lungentumoren, bei denen ein signifikanter Unterschied festgestellt wurde. Im Gegensatz zur Krebsmorbidität ergab sich bei der -mortalität keine signifikante Abweichung.
Von der deutschen Arzneimittelkommission wurde zu diesem Ergebnis eine Stellungnahme verfasst. Dabei werden gewisse Schwächen in der Metaanalyse geortet. Eine Änderung der Verschreibungspraxis erscheine noch nicht gerechtfertigt, indessen müsse man einem möglichen Zusammenhang weiter nachgehen.

Abstract der Metaanalyse aus «Lancet Oncology»: http://www.thelancet.com/journals/lanonc/article/PIIS1470-2045(10)70106-6/abstract

Stellungnahme der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: http://www.akdae.de/Stellungnahmen/Weitere/20100802.pdf

Frühere BDN-Texte zu Sartanen:
http://www.infomed.org/bdn.php?bdnid=217
http://www.infomed.org/bdn.php?bdnid=122

 
Erhöhtes Krebsrisiko durch Angiotensinrezeptor-Antagonisten? (10. August 2010)
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