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Fragwürdige Cochrane-Analyse zum Salzkonsum

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 12. August 2011

In der Cochrane Library ist vor wenigen Wochen eine Meta-Analyse veröffentlicht worden, gemäss der eine Einschränkung des Kochsalzkonsums die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität nicht reduzieren würde. Dieses Resultat wurde dann in den Laienmedien als neue Erkrenntnis stark verbreitet. Nun erfährt diese Meta-Analyse jedoch gut begründete Kritik. Zwei Forscher des Wolfson Institute of Preventive Medicine (London) haben die Publikation genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, dass sich unter den berücksichtigten Studien eine befindet, die keine zuverlässige Information zum Salzkonsum vermitteln kann, da die berücksichtigten Patientinnen und Patienten mit massivsten Diuretika-Dosen (500 bis 2000 mg Furosemid täglich!) behandelt wurden. Lässt man diese Studie weg, so kommt man zu einer gegensätzlichen Schlussfolgerung: eine Einschränkung des Salzkonsums reduziert die Häufigkeit von Herz-Kreislaufereignissen signfikant.
Es ist nicht das erste Mal, dass in der Cochrane Library eine Arbeit veröffentlicht wird, die einer genaueren Überprüfung nicht standhält. Weder die Etikette "Cochrane-Analyse" noch die Bezeichnung "Meta-Analyse" garantieren sorgfältige wissenschaftliche Arbeit.
Link zum Abstract der (fragwürdigen) Cochrane-Analyse.
Der Text der beiden erwähnten kritischen Forscher ist nicht frei verfügbar.

 
Fragwürdige Cochrane-Analyse zum Salzkonsum (12. August 2011)
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