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Nebenwirkungen von Lithium systematisch analysiert

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 8. Februar 2012

In einer soeben veröffentlichten Metaanalyse hatte man versucht, die häufigsten Probleme zu quantifizieren, die mit einer Lithium-Behandlung verbunden sind. Was die Auswirkungen auf die Niere anbelangt, ergab sich, dass durch Lithium die glomeruläre Filtrationsrate im Durchschnitt um 6 ml/min und die Urinkonzentrationsfähigkeit um 15% reduziert wird. Das Risiko einer Hypothyreose wird um das sechsfache, der Parathormon- und Kalzium-spiegel um 10% erhöht. Eine klinisch signifikante Gewichtszunahme (> 7% des Körpergewichts) ist etwa doppelt so häufig zu erwarten wie unter Placebo. Kein signifikanter Zusammenhang liess sich dagegen in Bezug auf Hautreaktionen und Haarverlust nachweisen. Auch ein teratogenes Risiko konnte nicht dokumentiert werden – wobei es hier zuwenig Daten gibt, um abschliessend zu urteilen.
Als Fazit wird unter anderem empfohlen, dass man bei einer Lithium-Behandlung mindestens einmal jährlich Nieren- und Schilddrüsenfunktion sowie den Kalziumspiegel kontrolliere und im Falle einer Schwangerschaft über eine Therapie-Fortführung auf individueller Basis entscheide.

Kurzbeschreibung der Metaanalyse aus dem «Lancet»

«pharma-kritik»-Übersicht mit einem Abschnitt über Lithium: Pharmakotherapie bipolarer Störungen

 
Nebenwirkungen von Lithium systematisch analysiert (8. Februar 2012)
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