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Atemwegsinfekte und orale Antikoagulation

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 24. Januar 2014

In einer retrospektiven Kohortenstudie wurde untersucht, wie eine Antibiotikabehandlung bei einem Infekt der oberen Atemwege eine orale Antikoagulation zu beeinflussen vermag. Knapp 6000 Personen, die mit Warfarin blutverdünnt waren, verteilte man auf drei Gruppen: die erste Gruppe bildeten Leute, denen man ein Antibiotikum verschrieben hatte, die zweite Gruppe Leute, die ebenfalls einen Atemwegsinfekt gehabt, jedoch kein Antibiotikum bekommen hatten («kranke Kontrollgruppe»), und die dritte Gruppe Leute, die nicht an einem Atemwegsinfekt erkrankt waren («gesunde Kontrollgruppe»). Der Anteil der Personen, bei denen der INR-Wert auf mindestens 5 stieg, betrug in der ersten Gruppe 3,2%, in der zweiten 2,6% und in der dritten 1,2%. Man schloss daraus, dass ein Atemwegsinfekt per se (bzw. die dabei verwendeten Erkältungsmedikamente) den INR-Wert anheben und dieser Effekt durch Antibiotika verstärkt werden kann. Absolut gesehen scheint aber das Risiko einer Antikoagulantien-Blutung durch die Zugabe eines Antibiotikums nicht erheblich anzusteigen.


Kurzfassung der Studie aus «JAMA Internal Medicine»: Warfarin Interactions With Antibiotics in the Ambulatory Care Setting

 
Atemwegsinfekte und orale Antikoagulation (24. Januar 2014)
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