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Kompressionsstrümpfe scheinen postthrombotisches Syndrom nicht zu verhindern

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 12. März 2014

Eine aktuelle Studie kommt zum Schluss, dass sich mit Kompressionsstrümpfen ein postthrombotisches Syndrom nicht verhindern lässt. 803 Patienten und Patientinnen, die eine Thrombose der proximalen tiefen Beinvenen erlitten hatten, liess man zwei Jahre lang Kniestrümpfe tragen; die eine Gruppe benützte einen Strumpf, der um den Knöchel einen Druck von 30 bis 40 mmHg erzeugte (was Kompressionsklasse 2 bis 3 entspricht), die andere Gruppe (Kontrollgruppe) einen Strumpf, der einen Druck von weniger als 5 mmHg ausübte. Die Gruppenzuteilug erfolgte per Zufallsprinzip. Bei Studienende lag die kumulative Inzidenz eines posttrombotischen Syndroms in der Gruppe mit der Kompressionsbehandlung bei 14,2%, in der Kontrollgruppe bei 12,7%. Auch bei der Häufigkeit von nochmaligen Thrombosen oder von Beinulzera fand sich kein Unterschied.

Es handelt sich um die einzige «Placebo»-kontrollierte Studie, die sich bislang mit diesem Thema befasst hat. Einschränkend muss man sagen, dass die Compliance nicht sehr hoch war, indem die Strümpfe in höchstens zwei Dritteln der Fälle an mindestens drei Tagen pro Woche getragen wurden.

Kurzfassung der Studie aus dem «Lancet»: Compression stockings to prevent post-thrombotic syndrome: a randomised placebo-controlled trial

 
Kompressionsstrümpfe scheinen postthrombotisches Syndrom nicht zu verhindern (12. März 2014)
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