Ein neues Format

Unser Blatt ist nun seit sehr vielen Jahren immer im gleichen Format mit vier Seiten erschienen. Jetzt kommt es etwas anders daher. Es sind mehrere Gründe von unterschiedlicher Bedeutung, die uns dazu bewogen haben, einen kleinen Teil unserer Traditionen aufzugeben. Hier sind die wichtigsten Überlegungen, die den Änderungen zugrundeliegen:

- Unerwünschte Wirkungen kommen in der Arzneimittel-Information immer wieder zu kurz: oft wird zu wenig ausführlich, zu wenig rasch, zu wenig eindringlich informiert. Das Prinzip, man müsste immer zuerst an Medikamente denken, ist uns allen sehr vertraut und so geschieht es häufig, dass auch solche Mittel eingesetzt werden, deren Nutzen/Risiko-Bilanz ungünstig ausfällt. Wir wollen uns deshalb in jeder unserer achtseitigen Ausgaben mindestens auf einer Seite mit unerwünschten Wirkungen befassen und so unsere vergleichsweise kurzen Online-Informationen (die unter dem Titel «Bad Drug News» erscheinen) erweitern.

- Während sich von den international angesehenen «Core Journals» wie das New England Journal of Medicine, Lancet, BMJ und JAMA in vielen weiteren Fachzeitschriften Zusammenfassungen finden, bleiben unabhängige Publikationen – besonders die kritisch orientierten Blätter, die sich in der International Society of Drug Bulletins zusammengeschlossen haben – weitgehend unsichtbar. Wir haben relevante Inhalte dieser Periodika schon bisher (meistens nur online) berücksichtigt – jetzt soll dies regelmässiger geschehen und auch in den gedruckten Heften erscheinen.

-  Viele der heute neu eingeführten Medikamente werden überwiegend (oder ausschliesslich) von Spezialistinnen und Spezialisten verschrieben. Informationen zu diesen Arzneimitteln sind für die hausärztliche Praxis nicht belanglos. Anderseits sind viele Einzelheiten für diejenigen, die nicht zum Kreis der jeweiligen Fachleute gehören, von untergeordneter Bedeutung. Wir planen deshalb, unsere Texte zu solchen neuen Medikamenten kürzer zu halten als bisher.

- Auch alle werbe- und sponsorenfreie Publikationen sind zurzeit mit einem bedeutsamen Verlust von zahlenden Abonnentinnen und Abonnenten konfrontiert – die pharma-kritik ist da keine Ausnahme. Es gibt mehrere Gründe für diese Entwicklung (Stichwörter: Internet, Gruppenpraxen). Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Bedarf für sorgfältig evaluierte und kritisch gewichtete Information abgenommen hätte – im Gegenteil! Mit der neuen Erscheinungsweise streben wir an, mit etwas geringeren Kosten sowohl via Internet wie auch mit der gedruckten Ausgabe eine möglichst zahlreiche Leserschaft zu erreichen.       

 

Standpunkte und Meinungen

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Ein neues Format (25. Juli 2020)
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pharma-kritik, 42/No. 1
PK1102

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