Parenteral

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 2, PK1335
    Redaktionsschluss: 18. September 2024
Par-enteral: nicht über den Magen-Darmtrakt. Wir verwenden den Begriff «parenteral» in der Medizin eigentlich nur für die Verabreichung mittels einer Kanüle (bzw. allenfalls mittels eines venösen oder arteriellen Katheters). Wird ein Medikament über die Atemwege oder über die Haut appliziert, so spricht man üblicherweise nicht von einer par-enteralen Verabreichung. Die Injektion oder Infusion via eine «Nadel» ist ein Paradebeispiel für nicht-pharmakologische Wirkungen unserer Therapie. Diese Wirkungen können vorteilhaft («Placebo») oder auch nachteilig («Nocebo») sein. Ein Kollege hat mich daran erinnert, als er den kurzen Bericht über Vitamin-Infusionen in der vorletzten pharma-kritik-Nummer gelesen hatte. Es ist offensichtlich, dass die parenterale Gabe in der Anästhesiologie und in der Notfallmedizin eine wichtige Rolle spielt. In der hausärztlichen Praxis erfolgt aber besonders die intravenöse Anwendung heute recht selten – die gelegentliche Kurzinfusion von Eisenpräparaten vielleicht ausgenommen. Früher gehörte die intravenöse Verabreichung von vielen Medikamenten auch in der Allgemeinpraxis zum Alltag: Kardiaka, Schmerzmittel, Calcium, Vitamine, Diuretika und noch andere Medikamente wurden nicht selten injiziert. Die «Placebo-Wirksamkeit» wurde dabei unter Umständen sogar durch die rosarote Färbung des Präparates (bei der Kombination von Phenylbutazon und Vitamin B12 unseligen Angedenkens) beeinflusst. Aber auch dass sich Geschäftsfrauen und Manager selbst heute noch davon überzeugen lassen, eine intravenöse Vitamin-infusion nütze ihnen bei den verschiedensten Beschwerden, zeugt von der ausgeprägten Placebo-Wirkung dieser Art von Verabreichung. Grundsätzlich ist ja gegen vorteilhafte – wenn auch unspezifische – Effekte der Therapie nichts einzuwenden. Einer Evidenz-basierten Medizin entsprechen solche oft relativ kostspieligen Anwendungen allerdings nicht. Anderseits gibt es das nicht so seltene Phänomen der «fear of needles». Immer noch scheuen z.B. einzelne Diabeteskranke vor regelmässigen Injektionen zurück. Vielleicht ändert sich das, wenn e
Geschätzte Lesedauer: Von 2 bis 3 Minuten

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Parenteral (18. September 2024)
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pharma-kritik, 46/No. 2
PK1335
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