Arzneimittel-Probleme
Neuroleptika und Diabetes
- Autor(en): Stefan Weiler
- pharma-kritik-Jahrgang 46
, Nummer 3, PK1341
Redaktionsschluss: 6. Dezember 2024 -
Gemäss einer dänischen Registerstudie führt die Behandlung der Schizophrenie mit einem Neuroleptikum der zweiten Generation (z.B. Olanzapin [Zyprexa® u.a.]) zu einem signifikant erhöhten Risiko, an einem Diabetes zu erkranken. Eine regelmässige Kontrolle der metabolischen Parameter ist deshalb bei diesen Kranken angezeigt.
In einer dänischen Register-Studie konnte anhand der Daten von über 30’000 Personen gezeigt werden, dass die Behandlung einer Schizophrenie-Ersterkrankung mit Neuroleptika das Risiko für die Entwicklung von Diabetes signifikant erhöht (HR 2,04, 95% CI 1,75-2,38). In einer Kohorte entwickelten 8% der so Behandelten innerhalb von 20 Jahren einen Typ-2-Diabetes. Alle untersuchten Neuroleptika der zweiten Generation, wie Olanzapin (Zyprexa® u.a.), Quetiapin (Sequase® u.a.), Clozapin (Leponex® u.a.), Aripiprazol (Abilify® u.a.) oder Risperidon (Risperdal® u.a.) erhöhten das Diabetes-Risiko, am stärksten Lurasidon (Latuda®). Interessanterweise blieb der HbA1c-Wert in einer weiteren Kohorte in den ersten 2 Jahren unverändert, obwohl 9,2 % der Personen einen Diabetes entwickelten.
Gewichtszunahme, Diabetes, Dyslipidämie und Hypertonie sind bekannte Effekte, die unter Neuroleptika auch im Rahmen eines metabolischen Syndroms auftreten können. Die Studie weist erneut auf ein wichtiges – wenn auch geringes – Risiko für die Entwicklung von Diabetes bei Personen mit Schizophrenie unter Neuroleptika hin. Obwohl das Risiko erhöht ist, bleiben die absoluten Zahlen innerhalb von 20 Jahren nach Neuroleptika-Beginn unter 10%. Dosisabhängigkeit und Substanzspezifität wurde festgestellt. Unveränderte HbA1c-Werte können darauf hindeuten, dass es sich um einen potenziell verzögerten Effekt handelt. Eine engmaschige Kontrolle der metabolischen Parameter wie Nüchternglukose, HbA1c, aber auch Gewicht, BMI und Lipidprofil sollte bei Personen unter Neuroleptika regelmässig erfolgen.
Gewichtszunahme, Diabetes, Dyslipidämie und Hypertonie sind bekannte Effekte, die unter Neuroleptika auch im Rahmen eines metabolischen Syndroms auftreten können. Die Studie weist erneut auf ein wichtiges – wenn auch geringes – Risiko für die Entwicklung von Diabetes bei Personen mit Schizophrenie unter Neuroleptika hin. Obwohl das Risiko erhöht ist, bleiben die absoluten Zahlen innerhalb von 20 Jahren nach Neuroleptika-Beginn unter 10%. Dosisabhängigkeit und Substanzspezifität wurde festgestellt. Unveränderte HbA1c-Werte können darauf hindeuten, dass es sich um einen potenziell verzögerten Effekt handelt. Eine engmaschige Kontrolle der metabolischen Parameter wie Nüchternglukose, HbA1c, aber auch Gewicht, BMI und Lipidprofil sollte bei Personen unter Neuroleptika regelmässig erfolgen.
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Neuroleptika und Diabetes (6. Dezember 2024)
Copyright © 2026 Infomed-Verlags-AG
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pharma-kritik, 46/No. 3
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