Vitamin B6-Supplemente können Nervenschäden verursachen

  • Autor(en): Stefan Weiler
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 3, PK1343
    Redaktionsschluss: 6. Dezember 2024
  • Niederländische Daten zeigen auf, dass selbst eine moderate Vitamin B6-Dosis zu gesundheitlichen Problemen führen kann, wenn die Einnahme über längere Zeit erfolgt. Zahlreiche Berichte zu neuropathischen Symptomen (Dysästhesien in Händen und Füssen) liegen vor.
Megadosen von Pyridoxin (Vitamin B6) können zu peripherer Neuropathie, Dermatosen, Phototoxizität, Nausea und Schwindel führen. Aber wie steht es mit der langfristigen Einnahme von handelsüblichen Vitamin-B6-Präparaten? Während die empfohlene Tagesdosis für Erwachsene bei 1,5 mg liegt, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit 2023 eine Obergrenze von 12 mg/Tag festgelegt. Im Zeitraum von 2007 bis 2024 erhielt das niederländische Pharmacovigilance-Zentrum Lareb 238 Berichte über neuropathische Schäden mit Symptomen wie Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen in Händen und Füssen, auch bei Dosen von ≤12 mg/Tag. Bei einem Drittel der Betroffenen kam es zu einer Besserung nach Absetzen des Vitamin-Präparats.

Auch eine vergleichsweise moderate Vitamin-B6-Dosis kann gesundheitliche Risiken bergen, wenn sie über längere Zeiträume eingenommen wird. Variationen in individueller Empfindlichkeit und ungenaue Dosierungsangaben erschweren die Risikoabschätzung. Wer solche Supplemente einnimmt, sollte darüber aufgeklärt werden, dass «natürlich» nicht gleich «ungefährlich» bedeutet und eine langfristige Supplementierung daher mit Vorsicht erfolgen sollte. Eine präzisere Kennzeichnung von Nahrungsergänzungsmitteln wäre sinnvoll.

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Vitamin B6-Supplemente können Nervenschäden verursachen (6. Dezember 2024)
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pharma-kritik, 46/No. 3
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