Optimal behandeln

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 3, PK1350
    Redaktionsschluss: 6. Dezember 2024
Warum sollten wir uns dafür einsetzen, möglichst optimal behandeln zu können? Wer denkt, es handle sich hier um eine dumme Frage, täuscht sich. Grundsätzlich besteht zwar kein Zweifel, dass sich alle, die Medikamente verschreiben, das Beste für die Behandelten wünschen. Tatsache ist jedoch, dass allzu oft die für eine optimale Behandlung notwendigen Grundlagen fehlen. Für sehr viele (nicht nur für die allerneuesten) Medikamente fehlt ein eindeutiger Nachweis, dass sie über ein Nutzen/Risiko-Profil verfügen, das demjenigen von vergleichbaren Medikamenten überlegen ist. Damit ein solcher Nachweis erbracht werden kann, sind genügend grosse direkte Vergleichsstudien notwendig. Solche Studien sind beispielsweise aktuell für die Gruppe der direkten oralen Antikoagulantien (DOAK) nicht vorhanden. Wir stützen uns auf indirekte Vergleichsstudien oder auf Meta-Analysen, die ebenfalls auf indirekten Vergleichen beruhen. Das hilft uns zwar, entspricht aber nicht einer überzeugenden Evidenz.

Wir sind uns meistens gar nicht bewusst, wie unsicher die Basis ist, aufgrund derer wir Metamizol (Novalgin® u.a.). Vitamin D, Pregabalin (Lyrica® u.a.), aber auch Semaglutid (Ozempic® u.a.) und viele andere Medikamente verschreiben. Dabei besteht kein Zweifel, dass eine bessere
und vor allem vergleichende Dokumentation von erwünschten und unerwünschten Wirkungen viele Vorteile hätte. Nebenwirkungen sind eine bedeutsame Ursache von stark störenden Symptomen. Wenn sich aufgrund besserer Kenntnisse auch nur ein Teil dieser Probleme vermeiden liesse, wäre den Behandelten geholfen und allfällige Kosten – für zusätzliche Konsultationen, eventuell auch Spitalaufenthalte – gespart.

Geschätzte Lesedauer: Von 2 bis 3 Minuten

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Optimal behandeln (6. Dezember 2024)
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pharma-kritik, 46/No. 3
PK1350
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