Gabapentinoide bei Arthritis: erhöhtes Frakturrisiko

  • Autor(en): Natalie Marty
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 4, PK1354
    Redaktionsschluss: 5. Februar 2025
  • Gabapentin und Pregabalin werden vermehrt auch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen verschrieben, obwohl bei solchen bisher keine Wirksamkeit nachgewiesen wurde. Die beiden Medikamente führen dabei zu einer Häufung von Frakturen, wohl insbesondere weil ihre zentralnervösen Wirkungen zu häufigeren Stürzen führen.
Gabapentinoide werden als Schmerztherapie zunehmend auch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen verschrieben, obwohl eine Wirksamkeit in dieser Situation bisher nicht in Studien nachgewiesen wurde. In England ist die Verwendung von Gabapentinoiden in dieser Patientengruppe von unter 1% im Jahr 2004 auf etwa 10% im Jahr 2020 angestiegen. In einer Fall-Kontroll-Studie wurden nun Daten von Personen mit entzündlicher Arthritis, die zwischen 2004 und 2021 Gabapentinoide erhalten hatten, ausgewertet; 2485 Personen mit einem Frakturereignis wurden mit bis zu 5 Kontrollen verglichen. Bei aktueller Einnahme von Gabapentin (Neurontin® u.a.) oder Pregabalin (Lyrica® u.a.) war das Frakturrisiko im Vergleich zu einer mehr als 60 Tage zurückliegenden Einnahme um 36% erhöht. Als mögliche Ursachen werden Stürze aufgrund der häufigen zentralnervösen Nebenwirkungen dieser Medikamente genannt sowie Hinweise aus einzelnen Publikationen, dass Gabapentinoide die Knochendichte direkt beeinflussen könnten.

Fehlende Evidenz für die erhoffte schmerzlindernde Wirkung, gefährliche potentielle Nebenwirkungen, ein erhebliches Missbrauchs- und Abhängigkeitsrisiko − auch wenn mit einer solchen Studie keine direkte Kausalität nachgewiesen werden kann, ist das gefundene erhöhte Frakturrisiko ohnehin nur noch ein zusätzlicher Warnhinweis bezüglich der unkritischen Verwendung von Gabapentinoiden.

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Gabapentinoide bei Arthritis: erhöhtes Frakturrisiko (5. Februar 2025)
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pharma-kritik, 46/No. 4
PK1354
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