Antidepressiva für Suchtgefährdete?

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 4, PK1357
    Redaktionsschluss: 5. Februar 2025
  • Serotoninerge Antidepressiva sind für die Behandlung von suchtgefährdeten Personen nicht geeignet, da sie das Suchtverhalten fördern können.
Im kanadischen «Therapeutics Letter» wird die Frage diskutiert, ob suchtgefährdeten Personen (z.B. solchen mit Alkoholmissbrauch) Antidepressiva verschrieben werden sollen. Diese Patientinnen und Patienten haben bekanntlich oft Depressionen oder Angststörungen. Da die von der Industrie gesponserten Studien Suchtgefährdete oft ausschliessen oder unbeachtet lassen, erlauben sie keinen Schluss auf Wirksamkeit und Verträglichkeit bei derart Betroffenen. Unabhängige Studien haben aber gezeigt, dass insbesondere serotoninerge Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [SSRI]. Venlafaxin, Trazodon) zu einer Zunahme des Suchtverhaltens – also beispielweise zu höherem Alkoholkonsum – führen können. Auch bei Personen mit anderen Suchtproblemen (Rauchen, Opioide, Stimulantien) liegen Daten vor, wonach das Suchtverhalten ungünstig beeinflusst wird. Die Schlussfolgerung lautet, dass serotoninerge Antidepressiva bei Suchtgefährdeten vermieden werden sollten.

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Antidepressiva für Suchtgefährdete? (5. Februar 2025)
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pharma-kritik, 46/No. 4
PK1357
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