GLT-1-Rezeptoragonisten sind keine Wundermittel

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 4, PK1361
    Redaktionsschluss: 5. Februar 2025
Dass Menschen mit Übergewicht ein erhöhtes Risiko haben, vorzeitig chronisch krank zu werden oder zu früh zu sterben, ist heute wohl fast allen bewusst. Dennoch nimmt die Zahl der Leute mit einem BMI über 25 kg/m(2) weltweit weiter zu – in 10 Jahren könnte die Hälfte der Weltbevölkerung übergewichtig sein. Dieser Perspektive steht die Tatsache gegenüber, dass die Bemühungen um die Einschränkung einer inadäquaten Gewichtszunahme bis vor wenigen Jahren nur sehr beschränkt erfolgreich waren. Gewiss: wer sich konsequent an bestimmte Essregeln hielt, hatte eine Chance, damit auch längerfristig das Gewicht unter Kontrolle zu halten. Initiativen wie die «Weight Watchers» sind nicht nutzlos. Bei einer besonders schweren Adipositas hat sich die bariatrische Chirurgie in den letzten Jahren als mögliche, allerdings nicht ganz problemlose Option etabliert. Frühere Versuche, das Gewicht medikamentös zu beeinflussen, verliefen jedoch nicht selten desaströs. Nicht nur Aminorex (Menocil®), auch die später eingeführten Fenfluramin (Ponflural®) und Konsorten konnten zu einer pulmonalen Hypertonie und noch zu anderen Problemen führen. Es erstaunt daher nicht, dass es jetzt zu einer Quasi-Revolution gekommen ist, nachdem es sich gezeigt hat, dass die primär als Antidiabetika eingeführten GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) auch bei Personen ohne Diabetes das Gewicht signifikant senken können. In der vorliegenden pharma-kritik-Nummer finden sich mehrere Texte zu den GLP-1-RA. Darunter ist der Text zu den Vorteilen dieser Medikamente bei übergewichtigen Personen mit einer kardiovaskulären Vorerkrankung, aber ohne Diabetes, besonders bemerkenswert: Die wöchentliche Injektion von Semaglutid (Ozempic®) reduziert gefährliche Herz-Kreislauf-Komplikationen auch für diese Individuen signifikant. Anderseits zeugen heute zahlreiche «real world»-Studien davon, dass ein beträchtlicher Teil der Behandelten langfristig diese Therapie abbricht, mindestens teilweise wegen der anhaltenden gastrointestinalen Probleme. Diese Personen nehmen in der Regel wieder zu. Daneben ist auch zu beachten, dass GLP-1-Agonisten zwar seltene,
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GLT-1-Rezeptoragonisten sind keine Wundermittel (5. Februar 2025)
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pharma-kritik, 46/No. 4
PK1361
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