Arzneimittel-Probleme
Risiken der Langzeitanwendung von inhalativen Kortikosteroiden
- Autor(en): Stefan Weiler
- pharma-kritik-Jahrgang 46
, Nummer 5, PK1367
Redaktionsschluss: 6. Mai 2025 - Gemäss einer US-Studie ergibt eine längerfristige Anwen-dung von inhalativen Kortikosteroiden bei chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) ein deutlich erhöhtes Risiko von typischen Steroid-Nebenwirkungen.
Die langfristige Anwendung von inhalativen Kortikosteroiden (ICS) bei Personen mit chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) erhöht laut einer US-Studie signifikant das Risiko für Nebenwirkungen wie Typ-2-Diabetes, Katarakte, Pneumonie, Osteoporose und Knochenbrüche. Untersucht wurden elektronische Gesundheitsdaten von über 500’000 Personen über 45 Jahren. Im Vergleich zur Kurzzeitanwendung (1 Jahr) in beiden Kohorten (bestehende und neu diagnostizierte COPD) mit deutlich höherem Risiko für diese Komplikationen verbunden. So lag die Häufigkeit des kombinierten Risikos in der Inzidenzkohorte bei 29,4% gegenüber 9,15% unter Kurzzeitbehandlung. Auch wiederholte Pneumonien und Frakturen traten häufiger auf.
Die Studie zeigt ein erhöhtes Risiko für verschiedene bekannte Kortikosteroid-Nebenwirkungen (wie Typ-2-Diabe-tes, Katarakte, Pneumonien, Osteoporose und nicht-traumatische Frakturen) bei langfristiger inhalativer Anwendung bei COPD. Trotz der grossen Fallzahl gibt es aber methodische Schwächen: Die tatsächliche Medikamenteneinnahme ist unklar, COPD-Schweregrade wurden nicht berücksichtigt, zwischen ICS-Dosierungen oder verschiedenen Präparaten wurde nicht unterschieden. Die Datenbasis ist gross, aber weder für das gesamte US-Gesundheitssystem repräsentativ noch direkt auf die Schweiz übertragbar. Dennoch mahnt die Studie zur Vorsicht: Eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung ist vor jeder langfristigen ICS-Therapie unerlässlich.
Stefan Weiler
Quelle: Pace WD et al. Ann Fam Med (24 March 2025).
doi: 10.1370/afm.240030
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Risiken der Langzeitanwendung von inhalativen Kortikosteroiden (6. Mai 2025)
Copyright © 2026 Infomed-Verlags-AG
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pharma-kritik, 46/No. 5
PK1367
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