pharma-kritik
Hämodynamische und metabolische Wirkungen von Antidepressiva
- Autor(en): Stefan Weiler
- pharma-kritik-Jahrgang 47
, Nummer 2, PK1407
Publikationsdatum: 16. Februar 2026 - In einer grossen Netzwerk-Metaanalyse wurden die für einzelne Antidepressiva charakteristischen Nebenwirkungen umfassend dokumentiert. So konnten typische Probleme wie z.B. eine Gewichtszunahme oder Auswirkungen auf Herz und Kreislauf genauer zugeordnet werden.
In einer aktuellen Netzwerk-Metaanalyse wurden 151 randomisierte und placebokontrollierte Antidepressiva-Studien mit insgesamt 58’534 Teilnehmenden ausgewertet. Dabei interessierten die Auswirkungen von 30 geprüften Medikamenten auf Stoffwechsel und Herz-Kreislauf. In den erfassten, meistens etwa achtwöchigen Studien konnten im Wesentlichen die aus der Klinik bekannten unerwünschten Wirkungen bestätigt werden. Trizyklika wie Amitriptylin (Saroten®), aber auch andere wie Mirtazapin (Remeron® u.a.) führen zur Gewichtszunahme. Dagegen verursachen andere, z.B. Bupropion (Wellbutrin® u.a.), eher eine Gewichtsabnahme. Trizyklika und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI, z.B. Desvenlafaxin [Desveneurax®]) sind mit erhöhter Herzfrequenz und Blutdruckanstieg assoziiert. SNRI und Paroxetin (Deroxat®) können zum Anstieg der Cholesterinspiegel führen, Duloxetin (Cymbalta®) auch zum Anstieg des Blutzuckers. Unter Duloxetin und Desvenlafaxin steigen eventuell Leberenzyme an. Klinisch relevante Effekte auf QTc, Elektrolyte oder Nierenparameter wurden insgesamt nicht beobachtet.
Diese gross angelegte Analyse basiert auf randomisierten Studien, nutzt robuste statistische Verfahren und erlaubt erstmals einen systematischen Vergleich physiologischer Nebenwirkungen vieler Antidepressiva. Damit liefert sie eine wichtige Grundlage für informierte Therapieentscheidungen. Die Daten beziehen sich allerdings fast ausschliesslich auf eine Akutbehandlung von rund acht Wochen. Langzeitfolgen, Absetzphänomene und kumulative Risiken bleiben deshalb unberücksichtigt. Zudem darf die antidepressive Pharmakotherapie nicht isoliert betrachtet werden; auch Alternativen wie Psychotherapie und der geplante Behandlungszeitraum müssen berücksichtigt werden.
Diese gross angelegte Analyse basiert auf randomisierten Studien, nutzt robuste statistische Verfahren und erlaubt erstmals einen systematischen Vergleich physiologischer Nebenwirkungen vieler Antidepressiva. Damit liefert sie eine wichtige Grundlage für informierte Therapieentscheidungen. Die Daten beziehen sich allerdings fast ausschliesslich auf eine Akutbehandlung von rund acht Wochen. Langzeitfolgen, Absetzphänomene und kumulative Risiken bleiben deshalb unberücksichtigt. Zudem darf die antidepressive Pharmakotherapie nicht isoliert betrachtet werden; auch Alternativen wie Psychotherapie und der geplante Behandlungszeitraum müssen berücksichtigt werden.
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Hämodynamische und metabolische Wirkungen von Antidepressiva (16. Februar 2026)
Copyright © 2026 Infomed-Verlags-AG
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pharma-kritik, 47/No. 2
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