Arzneimittel-Probleme
EGFR-Hemmer und kardiovaskuläre Nebenwirkungen
- Autor(en): Urspeter Masche, Stefan Weiler
- pharma-kritik-Jahrgang 48
, PK1430
Publikationsdatum: 25. März 2026
DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2026.1430 - Die vorliegenden Daten sprechen dafür, vor allem bei Personen mit bereits erhöhtem kardiovaskulärem Risiko eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vorzunehmen.
Bei Fällen eines nichtkleinzelligen Bronchuskarzinoms, die mit Mutationen des «Epidermal growth factor receptor» (EGFR) assoziiert sind, gelten EGFR-Hemmer als wichtige Behandlungsmöglichkeit. Allerdings können diese Substanzen kardiovaskuläre Nebenwirkungen verursachen. Dieses Risiko wurde in einer Netzwerk-Metaanalyse genauer untersucht. Dafür wurden 89 kontrollierte Studien zusammengestellt, die fast 30’000 Patienten und Patientinnen umfassten.
Im Vergleich mit Placebo zeigte sich sowohl für Erstgenerations-EGFR-Hemmer (z.B. Erlotinib = Tarceva®, Gefitinib = Iressa®) als auch für Drittgenerations-EGFR-Hemmer (z.B. Osimertinib = Tagrisso®, Lazertinib = Lazcluze®) ein signifikant erhöhtes Risiko für kardiale Nebenwirkungen (OR 1,51 [1,01–2,26] bzw. 2,18 [1,46–3,27]). Noch höher liegt das Risiko, wenn diese Medikamente mit einem Angiogenese-Hemmer kombiniert wurden. Bei den kardialen Nebenwirkungen handelte es sich vor allem um Arrhythmien, bei den Drittgenerations-EGFR-Hemmern auch um Herzinsuffizienz.
Urspeter Masche
Volltext der Metaanalyse aus dem BMJ: Cardiovascular adverse events associated with epidermal growth factor receptor tyrosine kinase inhibitors in EGFR-mutated non-small cell lung cancer: systematic review and network meta-analysis
Kommentar
Da 10–50% der Personen mit einem nicht-kleinzelligen Bronchuskarzinom EGFR-Mutationen aufweisen, haben EGFR-Tyrosinkinase-Hemmer einen zentralen Stellenwert in der Therapie. Die vorliegenden Daten sprechen dafür, vor allem bei Personen mit bereits erhöhtem kardiovaskulärem Risiko eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vorzunehmen und während der Behandlung auf mögliche kardiale oder vaskuläre Komplikationen zu achten.
Stefan Weiler
Kommentar
Da 10–50% der Personen mit einem nicht-kleinzelligen Bronchuskarzinom EGFR-Mutationen aufweisen, haben EGFR-Tyrosinkinase-Hemmer einen zentralen Stellenwert in der Therapie. Die vorliegenden Daten sprechen dafür, vor allem bei Personen mit bereits erhöhtem kardiovaskulärem Risiko eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vorzunehmen und während der Behandlung auf mögliche kardiale oder vaskuläre Komplikationen zu achten.
Stefan Weiler
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EGFR-Hemmer und kardiovaskuläre Nebenwirkungen (25. März 2026)
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