Muskatnuss-Vergiftung

  • Autor(en): Urspeter Masche
  • pharma-kritik-Jahrgang 48 , PK1433
    Publikationsdatum: 31. März 2026
    DOI: https://doi.org/10.37667/pk.2026.1433
  • Die Muskatnuss wird als weit verbreitetes Gewürz verwendet. Weniger bekannt ist, dass sie auch als Freizeitdroge missbraucht werden kann.
Die Muskatnuss wird als weit verbreitetes Gewürz verwendet. Weniger bekannt ist, dass sie in der traditionellen Medizin als Heilmittel angepriesen wird und dass sie auch als Freizeitdroge missbraucht werden kann.
In höherer Dosis kann die Muskatnuss Vergiftungserscheinungen hervorrufen, die einem anticholinergen Syndrom entsprechen. In einer systematischen Literatursuche fanden sich 179 publizierte Fälle einer Muskatnuss-Vergiftung – mehrheitlich junge Leute, die Muskatnuss als Rauschmittel verwendet hatten. Häufigste Symptome waren Tachykardie, Psychosen, Erbrechen und Bauchschmerzen; unter den ernsthaften Nebenwirkungen fiel auch Polydipsie auf. In keinem Fall verlief die Vergiftung tödlich; in anekdotischer Form sind solche Fälle allerdings beschrieben.
Es konnte kein klarer Zusammenhang zwischen Dosis und aufgetretenen Symptomen festgestellt werden; so bewegten sich die eingenommenen Mengen zwischen rund 4 g bis 100 g, was jeweils ähnliche Nebenwirkungen auslöste. Kurzform der Literaturübersicht aus «Adverse Drug Reaction Bulletin»: How dangerous is nutmeg?

Kommentar
Auch mir war nicht bewusst, dass Muskatnuss potentiell tödliche Eigenschaften besitzt. Vergiftungen mit Todesfolge scheinen aber eine Rarität zu sein und setzen die Einnahme hoher Muskatnuss-Mengen voraus, zum Beispiel wenn ein Kind zu ganzen Nüssen greifen oder Muskatnuss in der Absicht eingenommen würde, eine Rauschwirkung zu erzielen. 

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Muskatnuss-Vergiftung (31. März 2026)
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pharma-kritik, 48/No. 3
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