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Pharma-Kritik

ACE-Hemmer im Vergleich

Etzel Gysling
pharma-kritik Jahrgang 17 , Nummer 06, PK425
Redaktionsschluss: 21. Oktober 1995
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Synopsis

In der Schweiz sind jetzt elf verschiedene ACE-Hemmer erhältlich. Es ist nicht einfach, den Stellenwert der verschiedenen Substanzen abzuschätzen. Im folgenden wird versucht, die ACE-Hemmer nach einer Anzahl praxisrelevanter Kriterien zu beurteilen. Vorauszuschicken ist, dass diese Medikamente vieles gemeinsam haben. So ist für alle ACE-Hemmer eine antihypertensive Wirksamkeit gut nachgewiesen. Kein ACE-Hemmer ist jedoch entscheidend wirksamer als Blutdrucksenker. Gemeinsam ist allen diesen Substanzen auch eine störende Nebenwirkung, nämlich der Husten. Trotz anderslautenden Behauptungen gibt es zur Zeit keine Anhaltspunkte, dass einer der ACE-Hemmer wirklich weniger häufig Husten verursacht als die anderen. Schliesslich muss auch erwähnt werden, dass alle ACE-Hemmer in der Schwangerschaft kontraindiziert sind, da sie zu schweren fetalen und neonatalen Schädigungen führen können. In Ergänzung der in den Tabellen (1) und (2) zusammengestellten Daten sollten die folgenden Überlegungen berücksichtigt werden:

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Indikation Herzinsuffizienz

ACE-Hemmer können bei Kranken mit Herzinsuffizienz die Morbidität und Mortalität vorteilhaft beeinflussen. Diese Wirkung wird oft mit relativ kleinen Dosen erreicht und ist bisher erst für einen Teil der ACE-Hemmer adäquat dokumentiert. Auf Grund des Wirkungsmechanismus ist zwar anzunehmen, dass es sich um eine Eigenschaft handelt, die allen ACE-Hemmern zukommt. Um die ACE-Hemmung optimal einzusetzen, sollte jedoch eine Herzinsuffizienz nur mit denjenigen Wirkstoffen behandelt werden, für welche diese Indikation auch tatsächlich dokumentiert ist. Wenn entsprechende Studien vorliegen, lassen sich z.B. Unsicherheiten bei der Dosierung vermeiden. Es handelt sich daher um ein wichtiges Auswahl-Kriterium, das auch berücksichtigt werden sollte, wenn die Behandlung der Hypertonie im Vordergrund steht.

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Standarddosis

Unter dem Begriff «Standarddosis» wird in dieser Übersicht die von den Herstellern empfohlene, übliche Tagesdosis bei arterieller Hypertonie verstanden. Standarddosen werden meistens auf Grund von Dosisfindungsstudien festgelegt. Nicht selten erweist sich aber ein Medikament bei häufigerer Anwendung als wirksamer (oder auch als weniger wirksam), als dies initial angenommen wurde. So gilt nach Angaben der Herstellerin immer noch die Dosis von 20 mg Enalapril (Reniten®) als «übliche Erhaltungsdosis», obwohl viele neuere ACE-Hemmer in ihrer Dosierung nicht an 20, sondern an 10 mg Enalapril gemessen wurden. Als Ergänzung findet sich in Tabelle (1) die Angabe, ob die Standarddosis gleich, eher weniger oder eher stärker wirksam ist als 10 mg Enalapril. Dabei muss man sich bewusst sein, dass die vorliegenden Vergleichsstudien verschiedener ACE-Hemmer von sehr unterschiedlicher Aussagekraft sind.

ACE-Hemmer im Vergleich / Teil 1

ACE-Hemmer im Vergleich / Teil 2

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Besonderheiten einzelner ACE-Hemmer

In der Rubrik «Besonderheiten» werden Indikationen angeführt, die nur für einzelne ACE-Hemmer gut dokumentiert und zugelassen sind. Anderseits enthält diese Rubrik auch Hinweise auf Substanzen, die z.B. bei Niereninsuffizienz weniger problematisch sind.

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Referenzen

In der Datenbank MEDLINE wurde nach den Stichwörtern Benazepril, Captopril usw. gesucht. Die in Tabelle (1) genannte Zahl der so aufgefundenen Publikationen entspricht jeweils der Anzahl Artikel, in denen der Medikamentenname vorkommt. Die Suche wurde auf den Zeitraum zwischen Januar 1992 und Oktober 1995 beschränkt. Es fällt auf, dass sich für Captopril (Lopirin®, Tensobon®) und Enalapril weitaus am meisten Referenzen finden. Unser Wissen über ACE-Hemmer beruht ganz entscheidend auf Studien, die mit diesen beiden Substanzen durchgeführt worden sind. Captopril und Enalapril sind nicht nur schon am längsten verfügbar, sondern dienen auch als eigentliche Referenzsubstanzen in Arbeiten mit neuen ACE- Hemmern.

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Einmal oder zweimal täglich?

Medikamente, die nur einmal täglich eingenommen werden müssen, sind in der Regel praktischer als solche, die jeden Tag mehrmals benötigt werden. Praktisch alle ACE-Hemmer können - für die Anwendung bei arterieller Hypertonie - einmal täglich gegeben werden. Bei einem Teil der Substanzen fand sich aber in den Studien, dass im Durchschnitt eine zweimalige Gabe pro Tag das bessere Resultat zeitigte. Auch dies kann ein Kriterium sein, welches bei der Wahl eines ACE-Hemmers in der Praxis von Bedeutung ist.

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Der Preis

ACE-Hemmer sind teure Medikamente; «Standarddosen» kosten häufig über Fr 1.50 pro Tag. Es zeigen sich aber doch Unterschiede, die auf ein beträchtliches Sparpotential hinweisen. So ist z.B. für Patienten, bei denen eine 50- mg-Dosis von Captopril genügt, die vergleichsweise kostengünstigste ACE-Hemmer-Behandlung der Hypertonie realisierbar (Tageskosten von Tensobon®: etwa 90 Rappen). Da Captopril zudem das am genauesten dokumentierte Medikament der Gruppe darstellt, handelt es sich sicher um eine gute Wahl. In Deutschland sind übrigens die Preise für Captopril seit diesem Jahr massiv gesunken. Eine Tagesdosis von 50 mg ist dort für (umgerechnet) etwa 50 Rappen erhältlich.

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Zusammenfassend

lässt sich festhalten, dass trotz vielen Ähnlichkeiten relevante Unterschiede zwischen den heute verfügbaren ACE- Hemmern vorhanden sind. Captopril und Enalapril sind die beiden Substanzen, deren Qualitäten weitaus am umfassendsten dokumentiert sind und die daher in der Regel die Mittel der Wahl darstellen. Andere ACE-Hemmer sind nur ausnahmsweise - z.B. bei Nierenkranken oder aus finanziellen Überlegungen - vorzuziehen.

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Standpunkte und Meinungen

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pharma-kritik, 17/No. 06
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ACE-Hemmer im Vergleich (21. Oktober 1995)
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