Labor und Endoskopie: was ist brauchbar für die Zöliakie-Diagnostik?

  • a -- Hopper AD, Cross SS, Hurlstone DP et al. Pre-endoscopy serological testing for coeliac disease: evaluation of a clinical decision tool. BMJ 2007 (7. April); 334: 729-32 [Link]
  • Zusammengefasst von: Markus Battaglia
  • infomed screen Jahrgang 11 (2007) , Nummer 4
    Datum der Ausgabe: Juli 2007

Typische Symptome der Zöliakie sind Durchfall, Gewichtsverlust und Malabsorption mit Anämie; häufig präsentiert sich die Krankheit jedoch atypisch und mit unspezifischen Symptomen. In dieser englischen Studie wurden 2'000 Erwachsene, welche für eine Gastroskopie angemeldet waren, aufgrund der genannten Symptome in eine Hochrisiko- und eine Niedrigrisiko-Gruppe eingeteilt. Ein Labor-Test auf  Transglutaminase-Antikörper wurde durchgeführt, und die ganze Studienpopulation wurde mit dem diagnostischen Gold-Standard, der Biopsie der Duodenalschleimhaut, untersucht. Damit wurde ein neues Entscheidungswerkzeug in dieser Population entwickelt und getestet.

Die Prävalenz der Zöliakie betrug 4% (77 Fälle). Bei einer Beschränkung der Biopsie auf Personen der Hoch-Risiko- Gruppe und/oder solche mit positiven Transglutaminase- Antikörpern wäre keine Zöliakie-Diagnose verpasst worden.

Für die Abklärung in der Grundversorgung ergeben sich aus dieser Studie brauchbare Hinweise. So dürfte das Fehlen von IgA-Antikörpern gegen Transglutaminase bei niedrigerer Prävalenz der Erkrankung in der hausärztlichen Praxis eine hohe Ausschlusskraft ergeben. Wichtig ist zudem, dass die Gastroskopie und Biopsie der Duodenalschleimhaut bei negativer Serologie nur bei Personen mit typischen Symptomen in Betracht gezogen wird, während bei atypischer Symptomatik in der Regel auf eine Biopsie verzichtet werden kann.

Zusammengefasst von Markus Battaglia

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infomed-screen 11 -- No. 4
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Labor und Endoskopie: was ist brauchbar für die Zöliakie-Diagnostik? (Juli 2007)