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Eine eigene Wolke?

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Zusammerfasser(in): Etzel Gysling
infomed screen Jahrgang 19 (2015), Nummer 2
Datum der Ausgabe: April 2015

Wie schon früher diskutiert (siehe: http://goo.gl/EV4IaY), gibt es heute die verschiedensten Möglichkeiten, eigene Daten – Textdateien, Fotos, Musik, Videos und noch mehr – zu günstigen Preisen oder ganz kostenlos in der «Cloud» aufzubewahren. Unser Bedürfnis nach einem ubiquitären Zugang zu unseren eigenen Daten wird zukünftig eher noch zunehmen, da wir diese Daten nicht nur an einem «stationären» Computer, sondern auch an mobilen Geräten verwenden. Nun gibt es aber – sicher nicht ganz zu Unrecht – ein zunehmendes Unbehagen gegenüber öffentlichen Cloud-Angeboten, auch wenn diese mit einer zuverlässigen Verschlüsselung arbeiten. Die Frage nach einer eigenen, privaten Cloud ist deshalb legitim. Eine «eigene Wolke» einzurichten und zu unterhalten, ist keine Zauberei, aber doch mit einem gewissen Aufwand verbunden. Lohnt sich dieser Aufwand – allgemein oder nur in bestimmten Fällen?

Die Verwendung einer öffentlichen Cloud ist ja supereinfach. Es genügt, sich bei einem Anbieter einzuschreiben und die entsprechende Software auf den eigenen Geräten zu installieren.  Benötigt man nicht viel Speicherplatz, so erhält man diesen gratis. Nur Leute (bzw. Firmen), die sehr viele Daten online speichern wollen, benötigen ein zahlungspflichtiges Abonnement. Eine öffentliche Cloud zu verwenden, sichert die Aufbewahrung an einem Ort, der bei einer Katastophe zu Hause unbeschadet bliebe. Dieser Ort kann sich allerdings theoretisch in einem Land befinden, das bei internationalen Konflikten nicht unbedingt ideal wäre. Dennoch: Wer keine wirklich vertraulichen Daten speichern will, ist mit dieser Lösung gut dran.

Für eine «eigene Lösung» gibt es verwirrlich viele Varianten, die vom billigen Eigenbau (Stichwort «Raspberry Pi», siehe http://goo.gl/Q3jIPY) bis zu vergleichsweise luxuriösen Servermodellen reichen. Aus meiner Sicht gibt es vor allem zwei Möglichkeiten, die in Frage kommen: (1) ein käufliches Netzwerk-Speichergerät («network attached storage» = NAS), das vom Internet her zugänglich ist; (2) ein beliebiger PC, auf dem eine geeignete Server-Software läuft. Um über das Web Zugang zur eigenen Cloud zu finden, ist es am besten, wenn man sich vom Internet-Provider (meistens gegen eine geringe Mietgebühr) eine feste IP-Nummer zuteilen lässt.

Ein Netzwerk-Speichergerät (NAS) ist vereinzelt als «Schnäppchen» erhältlich, kann aber mit dem Zubehör auch über 1000 Franken kosten. Alle gängigen NAS können einfach in ein lokales Netzwerk eingefügt werden (siehe z.B.: http://goo.gl/5u3Cl5) und lassen sich so einrichten, dass sie über das Internet erreichbar sind. Für Smartphones und Tablets sind entsprechende Apps erhältlich.

Ein «echter» Home Server erfordert mehr Eigenleistung, bietet aber auch mehr Möglichkeiten. So kann auf einem beliebigen (auch älteren) PC ein Betriebssystem namens Windows Server 2012 Essentials installiert werden (Kosten: min. 400 Franken), aber einiges bietet: Backup der auf dem Server und auf den angeschlossenen Netzwerkgeräten vorhandenen Daten und Zugang «von überall her» - nicht nur auf die Server-Daten, sondern (wenn gewünscht) auch auf die einzelnen Computer im Netz und ihre Programme (siehe: http://goo.gl/N3f5JP). Billiger sind Server, die auf einem Linux-Betriebssystem beruhen (siehe: http://linuxhomeserverguide.com/).

Etzel Gysling

 

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