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Telefonieren via Internet

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Zusammerfasser(in): Etzel Gysling
infomed screen Jahrgang 21 (2017), Nummer 3
Datum der Ausgabe: Juni 2017

Als ich vor gut 11 Jahren das letzte Mal über «Voice over IP» (VOIP) geschrieben habe, ging es immer noch um etwas Besonderes. Skype war damals das wichtigste «Pionier-Angebot», das eine kostenlose (oder mindestens kostengünstige) Telefonverbindung über das Internet ermöglichte. Heute stehen wir an einem ganz anderen Punkt: Die in der Schweiz für das konventionelle Festnetz verantwortliche Swisscom will im Jahr 2018 alle analogen Verbindungen abschalten – mit anderen Worten: es gibt dann nur noch VOIP. (In anderen Ländern läuft die Umstellung ähnlich.) Neben verschiedenen Vorteilen wird die exklusiv digitale Telefonie auch Nachteile bringen. So fällt bei einem Stromunterbruch auch das für VOIP notwendige Modem aus, es sei denn, man habe ein zusätzliches Gerät im Betrieb, das für eine gewisse Zeit eine ununterbrochene Stromversorgung sicherstellt.

Entsprechend ihren Plänen offeriert die Swisscom schon jetzt keine neuen analogen Anschlüsse mehr. Auch hat die Firma ihre Angebote für kleine und mittlere Unternehmen bereits mehrfach geändert. Klar ist jedenfalls, dass sie – wie die meisten anderen Internet-Provider auch – ihre verschiedenen Leistungen am liebsten «paketweise» anbietet und so möglichst hohe fixe Kosten programmiert. Entgegen früheren Ankündigungen gilt jedoch, dass in der Regel alle bisherigen Geräte weiter im Gebrauch bleiben können. Auch analoge Faxgeräte, ISDN-Telefone und selbst viele Telefonapparate mit Wählscheiben können meistens mittels Adaptern an eine VOIP-Verbindung angeschlossen werden. Wer also mit den bisherigen Geräten zufrieden ist, kann sie fast immer weiterhin verwenden.

Vorteile bietet die digitale Telefonie in erster Linie der Swisscom (bzw. anderen Providern), da sie erlaubt, die vorhandenen Leitungen für mehr Daten zu nutzen. Für Privatpersonen und Firmen kann es ein Vorteil sein, die Festnetznummer auch via Handy verwenden zu können. Auch lassen sich Werbeanrufe besser abhalten. Ausserdem ist eventuell (d.h. bei Verwendung entsprechender Geräte) die Tonqualität beim Telefonieren besser. Im Allgemeinen darf man dagegen kaum weniger Kosten erwarten.

Digital telefonieren kann man aber bekanntlich auch über die Kabelnetze der nationalen und regionalen TV/Internetkabel-Firmen. Mit einer solchen Firma lässt sich unter Umständen eine flexiblere und kostengünstigere Lösung finden als mit dem PTT-Nachfolger. Jedenfalls lohnt es sich, die (oft in kurzer Frist wechselnden) Angebote genau anzusehen und sich allenfalls auch von verschiedenen Anbietern Offerten machen zu lassen. Wenn man bisher vorhandene Geräte (z.B. ein analoges Faxgerät) behalten will, muss man auch prüfen, ob dies von allen Providern gewährleistet wird. Noch ein Tipp: Sucht man ein Abo nur für den privaten Gebrauch, so kann man sich heute eventuell auf ein reines Internet-Abo beschränken – Fernsehen und Telefonie sind ja auch über das Internet möglich. 

Etzel Gysling

 

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