Steroide bei Guillain-Barré-Syndrom?

In einer doppelblinden Multicenter-Studie erhielten 233 Männer und Frauen mit Guillain-Barré-Syndrom täglich 0,4 g Gammaglobulin pro kg Körpergewicht (z.B. Sandoglobulin®) und in Kombination dazu entweder 500 mg Methylprednisolon intravenös (z.B. Solu-Medrol®) oder ein entsprechendes Placebo. Die Therapie dauerte 5 Tage. Im Verlauf wurde die globale Funktion nach einer 6 Punkte umfassenden Behinderungsskala erfasst (0 Punkte = gesund, 1 Punkt = milde Symptome, 2 Punkte = mindestens 10 m Gehen ohne Hilfe, 3 Punkte = Gehen mit Gehhilfe, 4 Punkte = Rollstuhl, 5 Punkte = maschinelle Beatmung, 6 Punkte = tot).

Innerhalb von vier Wochen verbesserten sich mit Methylprednisolon zusätzlich zu Gammaglobulin 68% der Kranken um mindestens einen Punkt, während eine solche Verbesserung mit Gammaglobulin allein nur bei 56% der Behandelten auftrat (Unterschied signifikant). Gemessen an der Anzahl von Beatmungs- und Todesfällen und in den Langzeitresultaten nach 6 Monaten und nach einem Jahr brachte die Kombination mit Methylprednisolon allerdings keinen Vorteil. Harnwegsinfekte und Blutzuckererhöhungen traten unter Methylprednisolon häufiger auf. Die Studienverantwortlichen folgern, dass beim Guillain-Barré-Syndrom Methylprednisolon als Zusatz zur etablierten Gammaglobulintherapie den Verlauf verkürzen könnte und deshalb weiter untersucht werden sollte.

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Steroide bei Guillain-Barré-Syndrom? ( 2004)