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Fluorochinolone und akute interstitielle Nephritis

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 1. Februar 2018

Die akute interstitielle Nephritis (AIN) ist für rund ein Viertel der Fälle von akuter Niereninsuffizienz verantwortlich. Es handelt sich um eine im Nierenparenchym stattfindende Überempfindlichkeitsreaktion, die mehrheitlich durch Medikamente verursacht ist, und zwar am häufigsten durch Antibiotika, nicht-steroidale Entzündungshemmer und Protonenpumpenhemmer.
In einer amerikanischen Publikation wurden 24 Fälle einer AIN zusammengestellt, die sich unter Fluorochinolonen ereignet hatten. Die Latenzzeit vom Beginn der Therapie bis zur Diagnose der AIN betrug im Median 8,5 Tage. Häufigste Symptome waren Fieber, Hautausschläge, Kreatininanstieg, abnormer Urinstatus und Eosinophilie. Bei 17 der Betroffenen erholte sich die Nierenfunktion nach Absetzen des Fluorochinolons vollständig.

Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass nun auch in der Schweiz verschärfte Vorschriften für Fluorochinolone gelten: das heisst, sie dürfen zur Erstbehandlung von unkomplizierten Infekten nur noch dann verwendet werden, wenn keine Alternativen vorhanden sind.

Volltext der Fallserie aus «Mayo Clinic Proceedings»: Clinical Manifestations and Outcomes of Fluoroquinolone-Related Acute Interstitial Nephritis

Mitteilung von Swissmedic: Systemisch angewendete Fluorochinolone: Wichtige Anwendungseinschränkungen aufgrund des Sicherheitsprofiles

 
Fluorochinolone und akute interstitielle Nephritis (1. Februar 2018)
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