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Mitochondriale A1555G-Mutation und Aminoglykoside

  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 2. Februar 2021

Ungefähr 0,2% der Bevölkerung tragen die mitochondriale A1555G-Mutation, die zu einer Innenohrschwerhörigkeit führen kann und wie alle mitochondrialen Mutationen über die mütterliche Linie vererbt wird. Bei diesen Personen besteht eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber den ototoxischen Wirkungen von Aminoglykosiden; das heisst, dass selbst unter Aminoglykosidspiegeln, die sich im üblichen therapeutischen Bereich bewegen, mit einer irreversiblen Innenohrschwerhörigkeit zu rechnen ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Risiko auch bei einer Lokalbehandlung mit aminoglykosidhaltigen Ohrentropfen besteht. Anamnestische Hinweise für eine A1555G-Mutation wären Fälle von Taubheit in der mütterlichen Verwandschaft.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: Aminoglycosides (gentamicin, amikacin, tobramycin, and neomycin): increased risk of deafness in patients with mitochondrial mutations

News: Mitochondriale A1555G-Mutation und Aminoglykoside (2. Februar 2021)
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