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Antidepressiva bei älteren Leuten riskant

Autor(in): Etzel Gysling
Datum: 3. August 2011

Gemäss einer britischen Kohortenstudie, an der über 60'000 ältere Leute in 570 hausärztlichen Praxen beteiligt waren, traten unter selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) und einer Gruppe von «anderen» Antidepressiva -  Trazodon (Trittico®), Venlafaxin (Efexor® u.a.) und Mirtazapin (Remeron®) - verschiedene unerwünschte Ereignisse gehäuft auf. Im Vergleich mit Leuten, die keine Antidepressiva erhielten, waren unter SSRI Stürze und Hyponatriämien besonders häufig. Bei Personen, die die genannten «anderen» Antidepressiva erhielten, war das Mortalitätsrisiko sowie das Risiko von suizidalen Handlungen, zerebralen Ischämien, von Frakturen und epileptischen Anfällen erhöht. Trizyklische Antidepressiva waren dagegen in Bezug auf keines der genannten Risiken besonders problematisch. Da es sich nicht um eine kontrollierte Studie handelt, sind die Resultate zurückhaltend zu interpretieren.
Immerhin wird auch im begleitenden Editorial unterstrichen, Antidepressiva müssten bei älteren Leuten besonders vorsichtig verschrieben werden. Da unerwünschte Ereignisse in den ersten Behandlungswochen gehäuft auftreten, wird auch geraten, Patientinnen und Patienten in den ersten vier Behandlungswochen, bzw. nach dem Absetzen dieser Medikamente wöchentlich zur Kontrolle aufzubieten. Ausserdem sollen nach Möglichkeit geeignete Verhaltenstherapien eingesetzt werden.
Link zum Volltext dieser Studie im BMJ.   

 
Antidepressiva bei älteren Leuten riskant (3. August 2011)
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