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Orale Antikoagulantien: Blutungsrisiko steigt mit Abnahme der Nierenfunktion

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 12. Mai 2015

In einer retrospektiven Kohortenstudie wurde untersucht, wie die Nierenfunktion das Blutungsrisiko unter einer oralen Antikoagulation beeinflusst. Als Grundlage dienten Daten von rund 12’000 Individuen, die wegen eines Vorhofflimmerns mit Warfarin behandelt worden waren. Dabei liess sich ein mehr oder weniger linearer Zusammenhang zwischen Blutungsrisiko und Nierenfunktion feststellen; am grössten ist die Gefahr bei Therapiebeginn. Im ersten Behandlungsmonat betrug die Blutungshäufigkeit 6,1 pro 100 Personenjahre, wenn die glomeruläre Filtrationsrate über 90 ml/min, und 63,4 pro 100 Personenjahre, wenn sie unter 15 ml/min lag. Wenn schon mindestens ein Monat lang Warfarin eingenommen worden war, betrugen die entsprechenden Werte 3,7 bzw. 8,3. Pathophysiologisch scheint es sich um einen pharmakodynamischen Effekt zu handeln, indem die Niereninsuffizienz per se mit einer verstärkten Blutungsneigung einhergeht.

Volltext der Studie aus dem BMJ: The association between kidney function and major bleeding in older adults with atrial fibrillation starting warfarin treatment: population based observational study

 
Orale Antikoagulantien: Blutungsrisiko steigt mit Abnahme der Nierenfunktion (12. Mai 2015)
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