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Überbrückende Antikoagulation: wahrscheinlich mehr Risiken als Nutzen

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 21. Juli 2015

Wenn bei blutverdünnten Patienten und Patientinnen ein Wahleingriff stattfindet, wird häufig die orale Antikoagulation vorübergehend mit einem niedermolekularen Heparin ersetzt («Bridging»). Dieses Vorgehen überprüfte man nun in einer Doppelblindstudie. Bei 1813 Personen mit einem chronischen Vorhofflimmern wurde 5 Tage vor einem Wahleingriff die Antikoagulation mit Warfarin gestoppt; stattdessen erhielten sie entweder Dalteparin (Fragmin®, 2-mal 100 E/kg/Tag) oder Placebo; nach dem Eingriff wurde die Behandlung mit Warfarin wieder aufgenommen. Innerhalb der ersten 30 Tage nach dem Eingriff trat in der Dalteparin-Gruppe in 0,3% der Fälle ein thromboembolisches Ereignis und in 3,2% der Fälle eine grössere Blutung auf; in der Placebogruppe betrugen diese Raten 0,4% bzw. 1,3%. Die überbrückende Dalteparin-Gabe führte also nicht zu einer signifikanten Reduktion von Thromboembolien, rief jedoch deutlich mehr Blutungen hervor.

Volltext der Studie aus dem «New England Journal of Medicine»: Perioperative Bridging Anticoagulation in Patients with Atrial Fibrillation

 
Überbrückende Antikoagulation: wahrscheinlich mehr Risiken als Nutzen (21. Juli 2015)
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