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Überschätzter Nutzen von modernen Krebsbehandlungen?

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 11. November 2016

Ein Artikel im British Medical Journal befasst sich kritisch mit den neuen onkologischen Medikamenten, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind. In den letzten Jahrzehnten konnte die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Krebserkrankungen deutlich gesteigert werden, was aber nur in geringem Mass den Verbesserungen bei den Chemotherapien zuzuschreiben, sondern vor allem durch Frühdiagnose und -behandlung gewonnen worden sei. Die klinischen Studien, die mit den neuen Krebsmitteln durchgeführt werden, müsse man in verschiedener Hinsicht bemängeln: unter anderem wird kaum je die Gesamtüberlebensrate untersucht, sondern man beschränkt sich auf Surrogatendpunkte wie Ansprechrate oder progressionsfreies Überleben. Dass für diese Medikamente die Schwelle für die Zulassung niedrig liegt, ist auch eine Folge «unheiliger Allianzen», namentlich zwischen Industrie, die zusammen mit anderen Akteuren auf beschleunigte Zulassungen drängt, und Behörden, die ebenfalls nicht frei von Interessenkonflikten sind, indem sich aus schnellen Zulassungen Gewinne ableiten lassen, die über Steuereinnahmen auch dem Staat zugutekommen.

Volltext des Artikels aus dem BJM: Cancer drugs, survival, and ethics

Früherer BDN-Text zum Thema: Mehrheit der neuen Krebsmedikamente bleibt Beweis eines verbesserten Gesamtüberlebens schuldig

 
Überschätzter Nutzen von modernen Krebsbehandlungen? (11. November 2016)
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