Arzneimittel-Probleme
Risiken der Immuntherapie
- Autor(en): Stefan Weiler
- pharma-kritik-Jahrgang 46
, Nummer 3, PK1342
Redaktionsschluss: 6. Dezember 2024 -
Bei Krebskranken, die mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren behandelt werden, treten in 40% unerwünschte Wirkungen auf. Dabei kann es zu endokrinen, kardialen, gastrointestinalen, pulmonalen, renalen oder kutanen Problemen kommen. Auch in der hausärztlichen Praxis soll auf mögliche Symptome geachtet und allenfalls mit dem Onkologie-Zentrum Rücksprache genommen werden.
In einer systematischen Übersichtsarbeit wurden immunbedingte Nebenwirkungen (irAE) bei Krebskranken unter Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren untersucht. Diese immunmodulatorischen Antikörper umfassen PD-1-Antikörper, nämlich Nivolumab (Opdivo®), Pembrolizumab (Keytruda®), Cemiplimab (Libtayo®), Dostarlimab (Jemperli®), PD-L1-Antikörper wie Atezolizumab (Tecentriq®), Avelumab (Bavencio®) und Durvalumab (Imfinzi®) sowie Antikörper gegen das zytotoxische T-Lymphozyten-assoziierte Antigen 4 (CTLA-4) (Ipi-limumab [Yervoy®] und Tremelimumab [Imjudo®]). Die Analyse umfasste 272 Studien im Zeitraum von 2017 bis 2021 mit 305’879 Behandelten, von denen 58’291 irAE aufwiesen. Die durchschnittliche Häufigkeit von irAE jeglichen Schweregrades betrug 40%, während schwerwiegende irAE mit 19,7% auftraten. Zu den häufigsten irAE gehörten endokrine Störungen (23,9%: Hypo- oder Hyperthyreose, Nierenrindeninsuffizienz, Hypophysitis, Diabetes), Herzprobleme (18,0%: Herzinsuffizienz, Myokar-ditis), gastrointestinale Probleme (19,4%: Diarrhoe, Kolitis, Enteritis, Pankreatitis, Hepatitis), Lungenprobleme (18,9%: Pneumonitis, interstitielle Lungenerkrankungen), Nierenerkrankungen (15,5%: akutes Nierenversagen. Nephritis) und Hautsymptome (28,7%: Exanthem, Erythem, Vitiligo u.a.).
Die Studie bestätigt die erhebliche Prävalenz von irAEs in realen Szenarien. Wer eine solche Therapie verschreibt, muss sich der Risiken bewusst sein und diese initial auch mit den zu behandelnden Personen besprechen. Die Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit eines standardisierten Ansatzes zur Überwachung und Kommunikation der Risiken, um das Management von irAEs zu optimieren: Die Kranken sollten während der Behandlung in der hausärztlichen Praxis sorgfältig auf erste Anzeichen auch von leichten Nebenwirkungen überwacht werden. Die Behandlung richtet sich nach der Lokalisation der irAE und dem Ausmass der beobachteten Toxizität. Rücksprachen mit den behandelnden Onkologie-Zentren werden empfohlen.
Die Studie bestätigt die erhebliche Prävalenz von irAEs in realen Szenarien. Wer eine solche Therapie verschreibt, muss sich der Risiken bewusst sein und diese initial auch mit den zu behandelnden Personen besprechen. Die Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit eines standardisierten Ansatzes zur Überwachung und Kommunikation der Risiken, um das Management von irAEs zu optimieren: Die Kranken sollten während der Behandlung in der hausärztlichen Praxis sorgfältig auf erste Anzeichen auch von leichten Nebenwirkungen überwacht werden. Die Behandlung richtet sich nach der Lokalisation der irAE und dem Ausmass der beobachteten Toxizität. Rücksprachen mit den behandelnden Onkologie-Zentren werden empfohlen.
Geschätzte Lesedauer: Von 1 bis 3 Minuten
Sie sind nicht eingeloggt.
Dieser Artikel ist passwortgeschützt und kann nur von pharma-kritik-AbonnentInnen gelesen werden.
Sie haben folgende Mögklichkeiten:
- Falls Sie bereits pharma-kritik-AbonnentIn sind, loggen Sie sich hier ein, oder verlangen Sie Ihre Login Daten hier.
- Sie können hier ein pharma-kritik Abonnement bestellen.
- Sie können diesen Text sofort für CHF 10.00 kaufen; Sie erhalten 24 Stunden Zugriff zur Online-Version.
Artikel mit Kreditkarte kaufen und sofort lesen!
Alternativ können Sie auch mit Paypal bezahlen:
Risiken der Immuntherapie (6. Dezember 2024)
Copyright © 2026 Infomed-Verlags-AG
Copyright © 2026 Infomed-Verlags-AG
pharma-kritik, 46/No. 3
PK1342
PK1342
Login
Aktueller pharma-kritik-Jahrgang
Passwort beantragen
infomed mailings
Gratisbuch bei einem Neuabo!
Abonnieren Sie jetzt die pharma-kritik und erhalten Sie das Buch «100 wichtige Medikamente» gratis. Im ersten Jahr kostet das Abo nur CHF 70.-.
pharma-kritik abonnieren
pharma-kritik abonnieren
-
Jahrgang 48 / 2026
Jahrgang 47 / 2025
Jahrgang 46 / 2024
Jahrgang 45 / 2023
Jahrgang 44 / 2022
Jahrgang 43 / 2021
Jahrgang 42 / 2020
Jahrgang 41 / 2019
Jahrgang 40 / 2018
Jahrgang 39 / 2017
Jahrgang 38 / 2016
Jahrgang 37 / 2015
Jahrgang 36 / 2014
Jahrgang 35 / 2013
Jahrgang 34 / 2012
Jahrgang 33 / 2011
Jahrgang 32 / 2010
Jahrgang 31 / 2009
Jahrgang 30 / 2008
Jahrgang 29 / 2007
Jahrgang 28 / 2006
Jahrgang 27 / 2005
Jahrgang 26 / 2004
Jahrgang 25 / 2003
Jahrgang 24 / 2002
Jahrgang 23 / 2001
Jahrgang 22 / 2000
Jahrgang 21 / 1999
Jahrgang 20 / 1998
Jahrgang 19 / 1997
Jahrgang 18 / 1996
Jahrgang 17 / 1995
Jahrgang 16 / 1994
Jahrgang 15 / 1993
Jahrgang 14 / 1992
Jahrgang 13 / 1991
Jahrgang 12 / 1990
Jahrgang 11 / 1989
Jahrgang 10 / 1988
Kennen Sie "100 wichtige Medikamente" schon?
Schauen Sie ein Probekapitel unseres Medikamentenführers an. Die Medikamente in unserem Führer wurden sorgfältig ausgesucht und konzentrieren sich auf die geläufigsten Probleme in der Allgemeinmedizin. Die Beschränkung auf 100 Medikamente beruht auf der Überzeugung, dass sich rund 90% aller allgemeinmedizinischen Probleme mit 100 Medikamenten behandeln lassen.
Die Liste der 100 Medikamente sehen Sie auf der Startseite von 100 Medikamente.
Die Liste der 100 Medikamente sehen Sie auf der Startseite von 100 Medikamente.
