Antiemetika können zu extrapyramidalen Bewegungsstörungen führen

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 46 , Nummer 3, PK1346
    Redaktionsschluss: 6. Dezember 2024
  • Die Dopamin-Antagonisten Domperidon (Motilium® u.a.) und Metoclopramid (Paspertin®, Primperan®) erhöhen das Risiko einer Parkinson-Symptomatik signifikant.
«La Revue Prescrire» weist auf zwei Studien hin, in denen das Risiko extrapyramidaler Bewegungsstörungen unter verschiedenen antiemetisch wirksamen Prokinetika untersucht wurde. Eine Fall-Crossover-Studie umfasste 5842 Personen, bei denen neu Parkinson-Symptome auftraten. Untersucht wurde, ob jemand in den 30 Tagen vor der ersten Parkinson-Diagnose (Indexdatum) ein Antiemetikum eingenommen hatte;  der Zeitabschnitt von 60-89 Tagen vor dem Indexdatum bei der gleichen Person diente als Kontrolle. Die Dopamin-Antagonisten Domperidon (Motilium® u.a.) und Metoclopramid (Paspertin®, Primperan®) erhöhten das Parkinson-Risiko signifikant («Odds Ratio» (OR) von 4,1 bzw. 1,6). Bei Älteren (über 65 Jahre) war das Risiko besonders ausgeprägt. Ein erhöhtes Risiko extrapyramidaler Probleme von Metoclopramid zeigte sich auch in einer grossen Kohortenstudie («Hazard Ratio» von 2,2 mit einem 95%-Vertrauensintervall von 1,5-3,0). Ein zurückhaltend vorsichtiger Einsatz der beiden Prokinetika ist deshalb unbedingt angezeigt, besonders weil die unerwünschten Wirkungen von der verabreichten Dosis abhängig sind.

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Antiemetika können zu extrapyramidalen Bewegungsstörungen führen (6. Dezember 2024)
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pharma-kritik, 46/No. 3
PK1346
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