bad drug news

Paroxetin (Deroxat® u.a.) am Pranger

Autor(in): Urspeter Masche
Datum: 2. Oktober 2015

Vor 14 Jahren war die «Studie 329» publiziert worden, ein Doppelblindvergleich zwischen Paroxetin, Imipramin (Tofranil®) und Placebo bei der Behandlung einer Depression bei Jugendlichen. Das veröffentlichte Ergebnis hatte eine vorteilhafte Wirkung für Paroxetin annehmen lassen. Wie später bekannt wurde, war die Publikation zu grossen Teilen durch Ghostwriter abgefasst worden.
Im «British Medical Journal» ist nun eine Reanalyse dieser Studie erschienen, die sich auf das Originalprotokoll und möglichst alle Originaldaten abgestützt hatte. Im Gegensatz zur ursprünglichen Publikation führte die Reanalyse zum Schluss, dass weder Paroxetin noch Imipramin bei den behandelten Jugendlichen eine signifikante antidepressive Wirkung gezeigt hätten; zudem hätten sich bei beiden Mitteln vermehrte Nebenwirkungen beobachten lassen, zum Beispiel Suizidalität bei Paroxetin und kardiovaskuläre Probleme bei Imipramin.

Volltext der Reanalyse aus dem BMJ: Restoring Study 329: efficacy and harms of paroxetine and imipramine in treatment of major depression in adolescence

Ursprüngliche Publikation der Studie 329 aus dem «Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry»: Efficacy of paroxetine in the treatment of adolescent major depression: a randomized, controlled trial

Früherer BDN-Text: Paroxetin (Deroxat® u.a.) als Antidepressivum: ernüchternde Gesamtbilanz

 
Paroxetin (Deroxat® u.a.) am Pranger (2. Oktober 2015)
Copyright © 2018 Infomed-Verlags-AG

infosheet projekt infos

pharma-kritik abonnieren

infomed-screen abonnieren

mailingliste abonnieren

rss feed abonnieren

Ressourcen Links
Bad Drug News index
pharma-kritik abonnemente
infomed-screen abonnemente
pharma-kritik neu im web
aktueller pharma-kritik jahrgang